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Capoeira

Capoeira ist ein brasilianischer Tanzkampf, der im 16. Jahrhundert von aus verschiedenen Stämmen Westafrikas eingeschleppten Sklaven als Selbstverteidigung entwickelt wurde. Da es ihnen verboten war Kampfsport zu treiben, verbanden sie den Kampf mit Musik, in die sie auch versteckte Botschaften einflochten, und passten ihre Bewegungen dem Rhythmus an. Die Musik gab ihnen Kraft und stärkte das gemeinsame Identitätsgefühl. So gelang es ihnen die Vorbereitungen für ihre Aufstände gegen die Portugiesen lange Zeit geheim zu halten.

roda im training

 

Capoeira ist kein „direkter“ Kampf, sondern ein Spiel, bei dem versucht wird den Gegner zu lenken, zu täuschen, zu überraschen und auf diese Weise zu überwältigen.

Nichts desto trotz bleibt die Capoeira eine ernst zu nehmende Kampfkunst.

Sie umfasst ein weites Spektrum, von der reinen Show für den Zuschauer, bei der versucht wird durch Schnelligkeit, Akrobatik, Ästhetik und Gefährlichkeit zu beeindrucken, ohne den Gegner jedoch zu berühren, über das Spiel mit Freunden, mit dem Ziel den Gegner zu dominieren, zu treffen oder zu Fall zu bringen ohne ihn ernsthaft zu verletzten, bis hin zum gefährlichen Kampf mit erheblicher Verletzungsgefahr, wie er nur von sehr erfahrenen Spielern ausgetragen werden sollte.

Ob jung oder alt, trainiert oder untrainiert, männlich oder weiblich, Capoeira hat keine Zielgruppe, da sie, mit wenigen Ausnahmen keine „lineare“, leistungs- und Wettkampf orientierte Sportart  ist, sondern sich im Wachstum befindet, durch jeden Einzelnen neu geformt wird und einen stark sozialen und Befreiungscharakter hat.